Rezension "Mastering Redmine"

"Mastering Redmine" aus dem Hause Packt Publishing führt Redmine-Neulinge in verschiedene Aspekte des leistungsfähigen Open-Source Projektmanagement-Systems ein. Der Untertitel verrät, worum es hier geht: Tips, Tricks und “best practices”.

Der Autor Andriy Lesyuk hat mehrere Jahre Erfahrung mit Redmine, die er hier weiter vermittelt. Im ersten Kapitel werden allgemeine Fragen und Vorbedingungen geklärt, so z.B. welche Datenbanksysteme und Markup-Sprachen benutzt werden können. Das Buch behandelt Redmine 2.2, dementsprechend fehlt ein Hinweis auf die Unterstützung von MSSQL Server, welche erst seit einigen Wochen mit Version 2.3 verfügbar ist.

Das zweite Kapitel beschreibt die Installation. Ob mittels Paketmanager oder manuell, oder mittels der verfügbaren "Fertigbauten" BitNami und TurnKey (vorsicht, veraltete Version 1.4!), alle diese Möglichkeiten werden vorgestellt. Mit diesem Überblick sollte jeder halbwegs begabte Systemadministrator Redmine selbst installieren können.

Nach Details zur Konfiguration wird das Ticket-Modul vorgestellt und dessen Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Szenarios erklärt. Hier wird gut auf die Möglichkeiten z.B. der Email-Integration eingegangen, genau so wie die Einbindung von Versionskontrollsystemen beschrieben wird.

Weitere Kapitel schildern recht umfassend das Projektmanagement mit Redmine und die Zeiterfassung. Diese Kapitel widmen sich weniger Administratoren, sondern eher Projektmanagern. Die in Projekten verfügbaren Module werden vorgestellt und verständlich erklärt. Es werden sinnvolle Querverweise auf Erweiterungen mittels Plugins gegeben und der Einsatz von Projektmanagement-Methoden in Redmine vorgestellt.

Nachdem die wichtigsten Funktionen und Module vorgestellt wurden, wird in einem gesonderten Kapitel die Benutzerverwaltung erklärt. Wer Redmine schon kennt, könnte dieses Kapitel etwas früher im Buch erwarten, aber die Stelle passt zum logischen Aufbau des Buches weil der Redmine-Neuling erst jetzt die Begrifflichkeiten und Zusammenhänge der einzelnen Module bzw. Funktionalitäten verstanden hat. Hier wird auf Rollen, Rechte und Workflows eingegangen, auch praktische Beispiele werden genannt.

In Kapitel 9 und 10 beschreibt Lesyuk Plugins und Themes. Er stellt eine Auswahl an Plugins vor, die Redmine sinnvoll erweitern können und geht auf Themes ein, die das sehr funktionale, aber auch etwas langweilige Default-Theme ersetzen.

Im letzten Kapitel wird beschrieben, wie erfahrenere Anwender und Administratoren Redmine durch eigene Felder erweitern können – sogar das Schreiben eigener Plugins wird auf einigen Seiten erklärt.

Insgesamt ist dies ein strukturiert aufgebautes Buch, das die teils spärliche Dokumentation auf redmine.org ergänzt und so Redmine-Neulingen den Einstieg erleichtert. Das Buch ist mehr ein Lese- als ein Nachschlagebuch und gelegentlich etwas holprig formuliert, was den Lesefluss aber nicht stört.


Geschrieben von Jan Niggemann in Computer und Technik am 29.08.2013